Qigong



Qi ist Atem, ist Lebensenergie. Gong heißt Übung, Arbeit, aber auch Fähigkeit. Wir verstehen unter dem Begriff Qigong allgemein Übungen zur Pflege unserer Lebensenergie.

Qigong, wie auch die traditionelle chinesische Medizin, sehen den Mensch als Einheit: körperlich, energetisch und geistig/seelisch. Alle Bereiche wirken zusammen. Sie werden traditionell deshalb "die drei Schätze" genannt: Jin, Qi und Shen. Qi hat bei allem die Rolle des Vermittlers. Pflegen wir das Qi, pflegen wir alles.

So wie im Menschen alles miteinander verbunden ist, so ist der Mensch auch mit dem Ganzen der Natur verbunden. Mit jedem Atemzug sind wir in ständigem Austausch mit der Mitwelt. Himmel und Erde sind wie zwei Pole, zwischen denen wir uns bewegen. Himmel wird auch das große Yang genannt, Erde das große Yin genannt.

Unsere Lebensenergie folgt, so erklärt die chinesische Philosophie, dem Naturgesetz von Yin und Yang, den beiden Polaritäten, die sich gegenseitig erzeugen, bedingen und immer wieder nach Ausgleich und Balance streben.

Mit Qigong lernen wir, Ausgleich und Balance auf allen Ebenen unseres Seins zu finden, wieder herzustellen und zu erhalten. Im Einklang von Atem und Bewegung, im Zusammenspiel von Körper und Geist. Dadurch, dass wir lernen einen entspannten Körper und einen wachen, tief entspannten Geist harmonisch miteinander wirken zu lassen.

Die Übungen können im Liegen, Sitzen oder Stehen ausgeführt werden. Die Grundhaltung ist meditative Achtsamkeit und die Bewegungen werden von tiefer, entspannter Atmung begleitet. Sie wirken unter anderem beruhigend und stabilisierend auf Herz- Kreislauf- und Nervensystem und stärken das Immunsystem. Sie bilden eine gute Basis für andere Bewegungskünste oder Kampfkünste. Und sie legen eine Grundlage, auf der wir die Herausforderungen des Alltags besser bewältigen können.
  Dietlind Zimmermann